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Einführung

Die hier zusammengestellte Materialsammlung soll der fortgesetzten Vertiefung in Aspekte des Lebens und Wirkens Meyerholds, seines Theaters und der theatralen Biomechanik dienen. Eine Vielzahl fotografischer Aufnahmen dokumentiert sowohl die Proben- als auch die Inszenierungsarbeit Meyerholds. Zahlreiche fotografische Objekte, sowie historische Filmaufnahmen zum sowjetischen Theater der 1920er und 1930er Jahre dienen der Kontextualisierung. Russische, deutsche und englischsprachige Dokumentarfilme ergänzen die Materiallage.


Historisches Bild- und Filmmaterial

Viele der Fotografien von Aufführungen am Meyerhold-Theater stammen von Alexej Temerin, der dort als Schauspieler (u.a. „Der Revisor“) engagiert war. Ebenso zeichnet er für die wenigen filmischen Aufnahmen aus den Meyerhold-Werkstätten und von der Inszenierung „Der Revisor“ verantwortlich, die 1924 beziehungsweise 1926 entstanden sind. Temerin dokumentierte eine relativ frühe „Fassung“ der Etüden. Anhand seiner Dokumentation ist zu erkennen, wie sehr sich ihre Ausführung über die Jahre und die unterschiedlichen Ausbildungszusammenhänge hinweg verändert hat.

Eine Reihe von Dokumentarfilmen jüngeren Datums beschäftigt sich mit den Wirk- und Arbeitsweisen Meyerholds.


Sekundärliteratur

Eine Vielzahl an Sammelbänden und internationaler Sekundärliteratur, die jeweils verschiedene Aspekte des Lebens und Wirkens Meyerholds, seiner Theaterkonzeption und der Biomechanik in den Blick nehmen, sind zu nennen.

Im Rahmen eigener Veranstaltungen, so unter anderem für den 2. Kongress der European Mime Federation 1993 in Berlin, sind Arbeitsbücher und Materialsammlungen des Mime Centrum Berlin entstanden, die jeweils eigene Schwerpunkte setzen.


Das Theater Meyerholds und die Biomechanik – Buch und Video

Das vom Theaterwissenschaftler und Dramaturg Jörg Bochow verfasste Buch „Das Theater Meyerholds und die Biomechanik“ ist unmittelbar aus den Arbeitszusammenhängen des Mime Centrum Berlin heraus entstanden. Es versteht sich als eine Materialsammlung und Kontextualisierung, welche die historischen und theoretischen Impulse der theatralen Biomechanik für eine zeitgenössische künstlerische Arbeit an und mit der Biomechanik erschließen möchte. Das damit unmittelbar korrespondierende Video wurde nicht nur als eine ergänzende Veranschaulichung produziert. Vielmehr ist die doppelte Anlage von Publikation und Film eine Reaktion auf die Besonderheit der Beschäftigung mit und der Vermittlung von theaterhistorischen Zusammenhängen im Allgemeinen und der Biomechanik im Besonderen.

In der Auseinandersetzung mit der Biomechanik treffen theater- und kulturhistorische, philosophische und (theater-)ästhetische Fragen auf Problemstellungen der Aktualität und der zeitgenössischen „Anwendbarkeit“ dieser spezifischen Ausbildungs- und Spielweise und den Modi ihrer Weitergabe. Insofern sollen mit Buch und Video diese unterschiedlichen, gleichwohl sich ergänzenden und durchdringenden Aspekte der Analyse zugänglich gemacht werden.

In diesem Zusammenhang ist auch die fortgesetzte Workshop-Reihe des Mime Centrum Berlin zu sehen, die seit 1991 in Kooperation mit dem russischen Schauspieler Gennadij Bogdanow die körperbasierte Vermittlung der Biomechanik sowie die Erprobung der Biomechanik für eine zeitgenössische Theaterpraxis untersucht.


Kontextualisierendes Material

Ergänzend ist eine Auswahl an Büchern und Artikeln aus verschiedenen geografischen und zeitlichen Kontexten zu benennen, die Themenfelder der darstellenden Künste in Russland beziehungsweise der Sowjetunion berühren und das Umfeld der Entstehung und Anwendung der Biomechanik beschreiben.