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Fritz Kortner (* 12. Mai 1892; † 22. Juli 1970; eigentlich Fritz Nathan Kohn) war ein österreichischer Schauspieler, Film- und Theaterregisseur. Kortner besucht zunächst 1908 die Schauspielakademie am Burgtheater in Wien und wird bereits bereits 1911 von Max Reinhardt nach Berlin ans Deutsche Theater engagiert. Dort spielt er allerdings nur kleinere Rollen und steigt bald wieder aus. Es beginnen die Wanderjahre von Bühne zu Bühne. 1919 hat er seinen Durchbruch in Berlin. Er spielt am Staatlichen Schauspielhaus den Mortimer in Maria Stuart von Friedrich Schiller und den Geßler in Wilhelm Tell unter der Regie von Leopold Jessner. In den 1920er Jahren wird er zu einem der großen Theaterstars, die sich nach dem Ersten Weltkrieg einer neuen Theaterform verschrieben haben: dem Expressionismus. Seine größten Erfolge hat er mit den Titelrollen in Hamlet, Othello und Dantons Tod. Doch über allem steht der Shylock in Der Kaufmann von Venedig von William Shakespeare. Sie wird für ihn zur Lebensrolle. Neben den Theaterarbeiten verstärkt er seine Aktivitäten beim Film. Auch hier entstehen expressionistische Werke, in denen Kortner mit seiner dämonisch-hintergründigen Darstellungskunst brilliert. 1937 geht Kortner nach New York, holt 1938 seine Familie nach, und es geht weiter nach Hollywood. Hier arbeitet er an Drehbüchern. Seit 1947 wieder zurück in Deutschland, wird er in den 1950er Jahren zur Regie-Ikone des Theaters der Bundesrepublik Deutschland, obwohl Kortner nie Intendant eines Theaters war. Seine künstlerische Heimat werden die Münchener Kammerspiele unter Intendant Hans Schweikart und das Berliner Schillertheater unter Intendant Boleslaw Barlog. An den Kammerspielen inszeniert er bis 1967 siebzehn Stücke. In den 1960er Jahren inszeniert Kortner erstmals am Burgtheater in seiner Heimatstadt Wien.

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Regie
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