INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-DV-9224

Hopeless.

Autorenschaft
Beschreibung

Die Basis der Performance „Hopeless.“ des Berliner Choreographen Sergiu Matis ist die pastorale Dichtung der Antike, in deren Zentrum eine idyllisch überhöhte Naturbeschreibung steht. Doch was ist im Angesicht von Klimawandel und Erderwärmung übrig von der idyllischen Natur aus den Gedichten Theokrits und Vergils? Sind die Dichter aufgrund ihrer trivialen, erotischen Turbulenzen und ihrer Politisierung der Landschaft vielleicht mit verantwortlich für deren Zerstörung? In „Hopeless.“, der Eröffnungsproduktion des Festivals „OPEN SPACES!“ der Tanzfabrik Berlin, entstehen neue idyllische Schauplätze auf der Basis von Versatzstücken und Überresten: Texte von Theokrit und Vergil, alte und neue Übersetzungen von Idyllen treffen dabei auf Gesänge ausgestorbener Tiere…

Die Darsteller*innen in „Hopeless.“, technologisch optimierte Meerjungfrauen, Nymphen und Hirt*innen, führen den Blick des Publikums in die Irre. Sie besetzen Territorien und konkurrieren verzweifelt um die Aufmerksamkeit des Publikums. Die Relation von poetischer Sprache und Choreographie lässt Wörter jammernd auf Haut prallen und Stimmbänder Bewegung vertonen, um laut schreiend dystopische Szenarien zu verkörpern. Hoffnungslosigkeit ist kein Zustand der Lähmung, sondern eine mächtige Kraft, die uns zum Handeln motiviert.



// Credits //

Konzept und Choreographie: Sergiu Matis
Performance: Martin Hansen, Sergiu Matis, Manon Parent
Text: Sergiu Matis und Mila Pavicevic, basierend auf Übersetzungen von Theokrit und Vergil
Komposition: AGF aka Antye Greie
Dramaturgie: Mila Pavicevic
Ausstattung: Dan Lancea
Kostüm: Philip Ingman
Lichtdesign: Sandra Blatterer
Produktion: Dag Lohde
Choreographieassistenz: Orlando Rodriguez

Eine Produktion von Sergiu Matis.
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.
Koproduziert von der Tanzfabrik Berlin im Rahmen von Open Spaces! und in Kooperation mit dem Radialsystem.
Die Tieraufnahmen stammen aus der Macaulay Bibliothek des Cornell Lab of Ornithology und der Xeno-canto Foundation.



// Autor //

Sergiu Matis wurde in Cluj-Napoca, Rumänien, geboren. Dort studierte er von 1991-2000 Tanz am Liceul de Coregrafie und anschließend an der Akademie des Tanzes Mannheim als Stipendiat der Tanzstiftung Birgit Keil. Seine Karriere begann am Tanztheater Nürnberg. Seit 2008 lebt Sergiu Matis in Berlin. Er arbeitete u. a. mit Colette Sadler-Stammer Productions, Yossi Berg, Oded Graf, Daniel Kok und Jee-Ae Lim. Im Februar 2014 schloss er als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes den Master Solo/Dance/Authorship (SODA) der Universität der Künste Berlin/HZT ab. Als Choreograph schuf er u.a. die Stücke „Keep It Real“ (2013), „Fake – the real deal“ (2014), „Explicit Content“ (2015), „Simuliert“ (2015), „Deleted Scenes“ (2016) und „Neverendings“ (2017), die in Berlin und international gezeigt wurden. Matis begreift neben dem Körper die Stimme als gleichwertiges Instrument des Tanzes und choreographiert Bedeutung und Ideen mittels Sprache als performativem Text. Seit 2009 tanzt er in verschiedenen Produktionen von Sasha Waltz & Guests.


[efr]

[Abendzettel] http://www.sergiumatis.com/
Choreographie
Dramaturgie
Darsteller
Bühnenbild
Kostüm
Musik
Licht
Standorte
MCB
Reihe
Sprache
EN
Aufnahmedatum
Samstag, 09. Februar 2019
Orte
Stadt
Berlin
Land
DE
Kamera
Walter Bickmann
Länge
148 min