INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-DV-8554

Cranky Bodies Dance Reset

Beschreibung

Konzept, Choreografie: Peter Pleyer Von und mit: Tamás Bakó, Aleksandra Borys, Marcio Canabarro, Oliver Connew, Mor Demer, Ivan Ekemark, Ka Rustler, Alistair Watts Kostüme, Set: Michiel Keuper Musik: Marc Lohr Dramaturgie, Recherche: Alexandra Hennig Produktionsleitung: Cilgia Gadola Produktionsassistenz: Ece Tufan Eine Produktion von Peter Pleyer in Kooperation mit SOPHIENSÆLE. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung von DOCK 11 Berlin. Besonderen Dank an: Peter W. Karg, Lynh Nguyen, Maria Scaroni, Benoît La Chambre, Katarzyna Szugajew, Stephanie Maher, Kirsten Maar, Zwoisy Mears-Clarke CHOREOGRAFIE Wenn Cranky Bodies Dance Reset die Rückkehr zur großen choreografischen Form ausruft, verweist diese Geste auf ein erweitertes Verständnis von Choreografie. Ein Ensemble aus neun Tänzer_innen erarbeitet zusammen mit Musik und Stage Design komplexe choreografische Strukturen, die sich über die gemeinsame Praxis artikulieren und ausdifferenzieren. Das Projekt verweist auf eine choreografische Praxis in Tradition der Post-Judson Ära, die Improvisation und Choreografie nicht mehr als Gegensatzpaare behauptet. Cranky Bodies Dance Reset betont die Komplexität, Ambiguität, das Unvorhersehbare und Eklektische in der choreografischen Praxis. CRANKY* BODIES* DANCE* RESET* (BUILT TO LAST) Fünf Arbeiten der Choreografinnen Trisha Brown, Lucinda Childs, Stephanie Skura, Meg Stuart und Sasha Waltz dienen als Inspiration für die tänzerische Recherche, ohne selbst zum Gegenstand von Rekonstruktion oder Zitat zu werden. Cranky Bodies Dance Reset versteht sich als lebendiges, wandelbares Gedächtnis/Archiv, das sich einer eindeutig rekonstruierbaren Herleitung verweigert, zwischen Aneignung und Abgrenzung changiert und seine Aktualisierungen stets neu verhandelt. 1982 CHOREOGRAFIERTE LUCINDA CHILDS DANCE Nach den Experimenten der 1960er und 70er Jahre nennt Lucinda Childs ein Stück mit komplexen Strukturen, das in der gleichberechtigten Zusammenarbeit der Künste: Musik, Film, Tanz – Phil Glass, Sol LeWitt, Lucinda Childs entsteht – schlicht Dance. 1984 CHOREOGRAFIERTE TRISHA BROWN SET AND RESET Hier entstand in der Zusammenarbeit von Brown, Robert Rauschenberg und Laurie Anderson eines der ersten Stücke, mit der Trisha Brown ihre eigene Company etablierte. Ermöglicht wurde dies durch die gemeinsame Trainingsgrundlage in release-basierten Techniken, welche die Tänzer_innen verband und es ihnen ermöglichte hoch komplexe choreografische Strukturen zu bewältigen. 1988 CHOREOGRAFIERTE STEPHANIE SKURA CRANKY DESTROYERS Zur Musik von Beethoven entwickelte Skura eine auf Improvisation basierte Choreografie. Nach den formalen Experimenten der Judson Church wurde hier vor allem ein Bezug zu dem, was Skura selbst als Politics of Method beschreibt, deutlich: Stücke seien politisch aufgrund der Art und Weise, wie sie gemacht werden. 1999 CHOREOGRAFIERTE SASHA WALTZ KÖRPER Nach den Jahren der durchaus narrativen Tanz-Theater-Stücke setze Sasha Waltz mit dem Wechsel an die Schaubühne hier eine Form der Choreografie, die grundlegend durch ihr Studium an der SNDO, sowie ihrer Arbeit mit Lisa Kraus (Trisha Brown DanceCompany) Yoshiko Chuma und Mark Tompkins inspiriert war. 2014 CHOREOGRAFIERTE MEG STUART BUILT TO LAST Mit diesem Stück lotet Meg Stuart unterschiedliche Möglichkeiten choreografischen Arbeitens aus: Tanzen zu Musik, Energiearbeit und Transformation, neue Formen des Schamanismus, das Spiel mit historischen Referenzen sowie die kompositorische Verknüpfung der Ebenen von Bühnenbild und Kostüm. CRANKY CAST Zurück zur große choreografische Form!, das heißt auch, die marginalisierten Themen, Methoden und Akteur_innen des zeitgenössischen Tanzes ins Zentrum zu rücken. Dazu gehört es, tänzerische Praktiken zu erproben, die Möglichkeiten der Unterbrechung, Verweigerung und Spielräume einfordern. Der Gedanke mit einem Ensemble aus Tänzer_innen längerfristig arbeiten zu können, jene notwendige Gewohnheit und Vertrautheit zu entwickeln, auf deren Basis sich wiederum neue Ideen erst entwickeln können, ist für das Projekt zielführend. PETER PLEYER träumte einst, er sei der Sohn von Steve Paxton und Robert Rauschenberg. Mit ausgeprägter Vorliebe für Geschichten, Häkeln und Tanzimprovisation widmet er sich diesen Leidenschaften in seinen Werken Ponderosa Trilogy (Tanznacht Berlin, ImPulsTanz Wien), Visible Undercurrent (Sophiensæle Berlin) und Moving The Mirror (Ujazdowski Schlosszentrum für zeitgenössische Kunst in Warschau, ImPulsTanz Wien) und teilt sie mit seinem Publikum. Der Lehrer, Tänzer, Aktivist, ehemalige Dramaturg und Kurator von Tanztage Berlin (2007-2014) beschäftigt sich intensiv mit der Post-Judson-Avantgarde, queeren Ideen, Aids-Aktivismus, neuen schamanischen Aktionen und oraler Tanzgeschichte. MHr

Abendzettel
Choreographie
Dramaturgie
Kostüm
Musik
Standorte
MCB
Aufnahmedatum
Donnerstag, 23. November 2017
Orte
Stadt
Berlin
Land
Deutschland
Kamera
Walter Bickmann
Länge
93 min