INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-TV-6399

hommage a b.b.

Beschreibung

Art des Projekts:
Unsere „hommage a b.b.“ wollen wir kollektiv im Ensemble erarbeiten. Wir haben uns dafür drei Themen ausgewählt, die für uns sowohl Aktualität und Relevanz besitzen, als auch aus unserer Sicht in Brechts Wirken und Werk eine große Rolle spielten.
1. Thema Grenzen
2. Thema arm und reich
3. Thema Frühling

Das Thema Grenzen verbindet sich mit Bertolt Brechts persönlicher Odyssee einmal rund um den Globus. Obwohl er den Bau des Eisernen Vorhangs nicht mehr miterlebte, verschaffte sich auch die sich aufbauende Demarkationslinie des Kalten Kriegs große Wichtigkeit in seinem Leben. Er war gezwungen sich für eine Seite zu entscheiden. Heutzutage bedeutet das Thema Grenzen auch Globalisierung, bzw. Entgrenzung des Kapitalismus. So ist das Thema Grenzen auch eng verbunden mit unserem zweiten Thema, Arm & Reich. Die Diskrepanz der Besitzverhältnisse und der daraus resultierende Konflikt war eines seiner Ur- und Hauptthemen. Die Grenze, die Kluft zwischen Arm & Reich, war für Brecht die Wurzel allen Übels, die er durch seinen ästhetischen Widerstand zu überwinden helfen suchte. Das dritte Thema Frühling steht für die Hoffnung auf diese Überwindung und Veränderung der Verhältnisse, die sich durch sein Werk zieht, und u.a. diesem seine große Potenz verleiht. Frühling bedeutet auch Tauwetter, z.B. Tauwetter nach Kaltem Krieg, Veränderung als Chance. Es sind für uns drei Themen, die sich auch heute noch im Schaffen Brechts widerspiegeln würden.Soviel ist klar: Der Mensch wird im absoluten Mittelpunkt unserer Arbeit stehen. Auf große Bühnenbilder und Requisitenschlachten werden wir definitiv verzichten. Eventuell gar auf gänzlich offener Bühne werden wir nur das verwenden, was außer uns selbst zum Erzählen unserer Geschichte unbedingt notwendig ist. Möglich wäre auch mit Methoden des Objekttheaters mit wenigen magischen Objekten auszukommen, die sich für uns in alles verwandeln, was wir für die Geschichte im jeweiligen Moment benötigen. Jedenfalls wird es ein äußerlich sehr reduzierter, minimalistischer Stil sein, der auf die Menschen und die Geschichte, die sie erzählen, fokussiert. Zur Fokussierung werden wir auch auf die Mittel der Lichtgestaltung zurückgreifen.

Modellcharakter:
hommage a b.b.
Brigitte Bardot? Boris Becker? Nein! Wir wollen uns mit Bertolt Brecht beschäftigen!Das nomad theatre ensemble plant 50 Jahre nach Bertolt Brechts Tod 1956 diesen Archetypen des politischen Theaters im Kontext eines internationalen Theaterlaboratoriums zu untersuchen, und aus dieser Untersuchung, diesen Experimenten Brecht wiederzubeleben, dann ein Kaleidoskop der internationalen Blickwinkel auf B.B. und sein Werk zu erschaffen. Wir wollen ihn aus unseren verschiedenen Perspektiven untersuchen, seinen Kosmos gemeinsam erforschen, um das gewonnene Verständnis dann aber praktisch in unsere eigene Geschichte, unser eigenes Epos umzusetzen. Diese Kreation wollen wir ihm als Hommage zu Füßen legen, als Zeichen dessen, dass wir Urenkel ihn sehnlichst vermissen. Auch um sprachliche Barrieren zu umgehen, wollen wir eben keines von Brechts Stücken erarbeiten, sondern unsere eigene Geschichte erfinden und erzählen. Dazu wollen wir auch andere, einfachere Wege der Verständigung verwenden, die uns in Form von Theatertechniken zur Verfügung stehen. Wir wollen mit Mitteln und Methoden des Körper-, Objekt- und Tanztheaters und der Pantomime und Musik nach neuen internationalen Theatersprachen forschen, die jenseits des gesprochenen Worts liegen, mit denen sich aber dennoch eine Geschichte von einem internationalen Ensemble für ein internationales Publikum verständlich erzählen lässt. Generell wichtig ist es uns, unsere internationalen Blickwinkel ergebnisoffen aufeinanderprallen zu lassen, wenn wir zusammen kommen, um gemeinsam Fragen in B.B.\'s Sinne aufzuwerfen. Kollektiv wollen wir uns der gewagten Herausforderung stellen, unser eigenes Epos zu entwickeln, das sich als "hommage a B.B"" seiner würdig erweist. Auf dass er sich freue und nicht im Grab umdrehe!

(gio)

Gruppe / Compagnie / Ensemble
Darsteller
TIna El-Fayoumy, MArie Jansova, Uwe-Peter Spinner, Erwin S. Thomas, Carolina Varassi Pega
Standorte
MCB
Reihe
Aufnahmedatum
Mittwoch, 12. September 2012
Orte
Stadt
Stuttgart
Land
Deutschland
Kamera
Marc Thoma
Länge
105 min