INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

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UND THEATER

MCB-TV-12073

Richard III

Autorenschaft
Beschreibung

Übersetzung und Fassung von Marius von Mayenburg


Richard ist hässlich. Eine Frühgeburt, missgestaltet, humpelnd, bucklig, ein Krüppel, der auf den Schlachtfeldern der Rosenkriege, die nach dem Tod Heinrichs V. aufflammen, seiner Familie und vor allem seinem Bruder Edward gute Dienste geleistet hat. Jetzt ist Edward König, dank einiger Morde, die sein behinderter Bruder in Eigenregie begangen hat. Aber das Ende des Krieges bringt Richard keinen Frieden, zu tief sitzt sein Hass auf den Rest der Welt, zu dem er nie gehören wird. Und so tut er das, was er am besten kann und mordet weiter. Er räumt alles aus dem Weg, was ihn daran hindert, König zu sein. Wenn er schon nicht Teil einer Gesellschaft der vom Schicksal Begünstigten sein kann, will er sie wenigstens beherrschen. Seine Kontrahenten spielt er mit politischem Geschick gegeneinander aus, skrupellos instrumentalisiert er den Ehrgeiz anderer für seinen eigenen und schreitet mit weißer Weste durch ein unermessliches Blutbad, bis er niemanden mehr über sich hat und die Krone ihm gehört. Doch auch dieser Triumph, erkauft mit dem Tod von Feinden, Verbündeten und Verwandten, wird seine Kränkung über das, was die Natur ihm angetan hat, nicht stillen. Allein an der Spitze des englischen Königreichs, sämtlicher Widersacher beraubt, richtet er sein Wüten nun gegen seinen eigentlichen Hauptfeind – sich selbst.


»Richard III« ist eines der frühesten Stücke Shakespeares, uraufgeführt um 1593. Bis heute hat die Titelfigur nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Ihre Verführungskraft liegt gerade in ihrer hemmungslos zielgerichteten, lustvoll zur Schau gestellten Amoralität. Richard ist der erste in einer Reihe von Bösewichten in Shakespeares Werk, deren moralische Unabhängigkeit und virtuose Manipulationskunst an Machiavellis »Fürst« geschult scheint: Jago in »Othello«, Edmund in »König Lear«, die Lady in »Macbeth«. Aber das Stück erschöpft sich nicht in der Dämonisierung eines psychopathischen Amokläufers. Es ist auch das Porträt einer durch interne Kämpfe tief zerrütteten Machtelite, aus deren Mitte eine perverse Diktatur erwächst.


/ BESETZUNG /

Regie: Thomas Ostermeier (Inszenierung) / Maxime Raut (TV-Regie)

Bühne: Jan Pappelbaum

Kostüme: Florence von Gerkan

Mitarbeit Kostüme: Ralf Tristan Sczesny

Musik: Nils Ostendorf

Video: Sébastien Dupouey

Dramaturgie: Florian Borchmeyer

Licht: Erich Schneider

Puppenbau: Ingo Mewes, Karin Tiefensee

Puppentraining: Susanne Claus, Dorothee Metz

Kampfchoreographie: René Lay


Richard III: Lars Eidinger

Buckingham: Moritz Gottwald

Elizabeth: Eva Meckbach 

Lady Anne: Jenny König

Hastings, Brakenbury, Ratcliff: Sebastian Schwarz 

Catesby, Margaret, Erster Mörder: Robert Beyer

Edward, Bürgermeister, Zweiter Mörder: Thomas Bading

Clarence, Dorset, Stanley, Prinz v. Wales (als Puppe): Christoph Gawenda

Rivers, York (als Puppe): Laurenz Laufenberg

Schlagzeuger: Thomas Witte



/ PRODUKTION /

Die Aufzeichnung ist als eine Produktion von Arte France, der Schaubühne Berlin und La Compagnie des Indes unter Beteiligung von CNC entstanden. 


Die Schaubühne dankt allen beteiligten Künstler_innen sowie allen Verlagen und Sendeanstalten für die Kooperation, die dieses Angebot an ihr Publikum erst möglich macht!


Dauer: ca. 150 Minuten


Premiere war am 7. Februar 2015

Presse-Fotografie: Arno Declair


[msb]

https://www.schaubuehne.de/de/produktionen/richard-iii.html [25-02-2021] | https://festival-avignon.com/en/edition-2015/programme/richard-iii-11325 [25-02-2021]
Regie
Gruppe / Compagnie / Ensemble
Choreographie
Dramaturgie
Darsteller
Bühnenbild
Kostüm
Musik
Licht
Video
Large 12073 ostermeier   schaubuehne richard iii   photo by arno declair   credits to schaub%c3%bchne   web
Standorte
MCB
Reihe
Sprache
DE
Aufnahmedatum
Samstag, 11. Juli 2015
Orte
Stadt
Avignon
Land
FR
Kamera
Madjid Hakimi (DOP), Sylvie Abensour (Kamera), Mathieu Bernier (Kamera), Geoffroy Duval (Kamera), Julien Jacquemin (Kamera), Régis LeMao (Kamera), Jean Nocerra (Kamera), Eric Sissung (Kamera), Frédéric Sénéchal (Kamera)
Länge
99 min