INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

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MCB-SV-5358

Die Verführung

Beschreibung

Die Sehnsucht des Menschen nach sinnlicher Verführung, nach wahrer Liebe und nach unbändiger Freiheit wird in keiner Kunstform so intensiv, so unmittelbar ausgedrückt wie in der Oper. Und eben diesen großen Gefühlen geht die dreiteilige Dokumentationsreihe "Opern, Menschen, Sensationen" auf die Spur. Neun große Meisterwerke, die Verführung, Liebe und Freiheit zum Thema machen, stehen im Mittelpunkt.

Keiner verführt auf der Opernbühne erotischer als sie: Georges Bizets Carmen, das Schmugglermädchen aus Sevilla, Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni, der sinnliche Fraueneroberer, und Richard Wagners Schwanenritter Lohengrin. Drei Opernfiguren, deren Lockruf sich das Publikum nicht entziehen kann. Aus den Tiefen der Mythologie erscheint Lohengrin und betört die schöne Elsa. Doch stellt er sie vor eine unlösbare Aufgabe: "Nie sollst du mich befragen", lässt Wagner seinen Helden singen. Doch Elsa stellt die verbotene Frage, will die Antwort darauf, wie er heißt und woher er kommt - und verliert ihren Ritter damit. Lohengrin richtet seine Verführungskünste auf die eine, wahre Herzensdame.

Ganz im Gegensatz zu Carmen und Don Giovanni. Sie verführen um zu verführen. Beide widersetzen sich konventionellen oder bürgerlichen Moralvorstellungen - und beide bezahlen dafür mit ihrem Leben. Doch wer steckt wirklich hinter der Carmen? Ist sie wirklich eine Femme fatale, nach der sich die Männer verzehren? Ist sie nicht vielmehr die Verkörperung des weiblichen Widerstands gegen patriarchalische Vorstellungen von Liebe und Treue? Und Don Giovanni? Nur in den Augen bürgerlicher Moral ist er ein ruchloser Verführer, ein Schänder und Vergewaltiger, der seine gerechte Strafe erfährt? Aber liegt seine Verführungskunst nicht darin, dass er jede Frau, die er begehrt, idealisiert?

Die Dokumentation "Opern, Menschen, Sensationen - Die Verführung" geht diesen Fragen in der leidenschaftlichen Welt der Oper auf den Grund. Und zelebriert die Lust an der ungezügelten Lust.

(Quelle: www.zdf.de)/eh

Film von Nicole Kraack

Regie
Standorte
MCB
Reihe
Aufnahmedatum
2011
Kamera
M. Goebel, S. Gondlatsch, O. Jürgens
Länge
60 min
Schlagworte