INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-SV-1923

El Topo

Autorenschaft
Beschreibung

Versuchte man, sich vorzustellen, was herauskäme, wenn Samuel Beckett, Salvador Dalí und Clint Eastwood einen gemeinsamen Film drehten, dann könnte man wenigstens eine vage Idee von Alexandro Jodorowskys El Topo bekommen. Wer allerdings, mit gutem Grund, überzeugt ist, dass das keinesfalls zusammenpasst, der wird hier eines besseren belehrt. Die Bibel kommt allerdings auch noch dazu, wovon man spätestens angesichts eingeblendeter Zwischentafeln mit den den Titeln Genesis, Propheten, Psalmen, Apokalypse Kenntnis nehmen muss. Im zweiten Teil hat sich das Bild komplett gewandelt. El Topo zieht nicht mehr durch die Wüste, sondern findet sich viele Jahre später im Kreise einer Höhlengesellschaft aus Freaks und Krüppeln, die ihn zum Propheten ihrer Befreiung erwählt haben. Der utopische Ort, an den er sie durch einen zu grabenden Tunnel führen soll, ist ein Westerndorf, in dem es zugeht wie in Sodom und Gomorrha, eine Utopie eigentlich der weniger attraktiven Sorte. El Topo tritt hier mit einer Begleiterin aus der Höhle als Pantomime auf, um sich Geld zu verdienen. Es kommt zu einer Wiederbegegnung mit (so vermutet man wenigstens) dem nun erwachsenen und auf Rache sinnenden Sohn vom Anfang, den El Topo einst allein zurückgelassen hatte. Ein gutes Ende nimmt das alles trotz gelingender Befreiung nicht, nach der Schrifttafel Apokalypse ist man darauf gefasst. El Topo ist ein Film wie kein anderer. Die Einflüsse das absurden Theaters sind sichtbar, aber selten war das Unerklärliche und Unerklärte so schlüssig wie hier. Diese Schlüssigkeit ist gewiss keine narrative, sie verdankt sich den großartigen Bildkompositionen (die in der Tat an Dali erinnern), dem immer wieder verblüffenden Einsatz der Musik und der sehr dichten Übereinanderschichtung wiederkehrender Motive, Bilder und Figurenkonstellationen. Und so weit das Spektrum des Absurden ist: von ansteckender Heiterkeit bis zu schlichtem Entsetzen und blutigster Metzelei, man hat stets den Eindruck eines integrierten Ganzen, dessen Einzelteile aufs Abenteuerlichste miteinander korrespondieren. //............Surrealer Anti-Western, der getarnt als Egotrip von der Selbstfindungssuche der Hauptfigur durch Metaphern auf Religion, Staat, Gesellschaft, Tod, Blut und Sex erzählt. Im Mittelpunkt steht der in schwarzes Leder gekleidete namenlose Gunman, der die innerliche Katharsis und den Weg zu Gott sucht. Ähnlich wie Martin Scorsese, ohne jedoch dessen inhaltliche Stärke zu erreichen, vermittelt Regisseur Jodorowsky mit einem eiskalten und schockierenden Blick auf das Elend der Welt seine ausufernd interpretierbaren Ansichten. Während zur Entstehungszeit ein Manifest der Gegenbewegung und Hippie-Kultur ist der Film heute nur noch aus wissenschaftlicher Sicht interessant, für den Durchschnittszuschauer dürfte "El Topo" eher eine quälend langweilige und schwer zu verstehende Filmerfahrung sein, da der Streifen ohne Spannungsbogen auskommt und sich den gewohnten Erzählstrukturen weitgehendst verweigert.// .........
First released as an underground film, it was thanks to John Lennon that the film acquired a worldwide distribution. He was so impressed by this movie that he urged a close friend of his to buy the rights and take charge of distribution.

The title of the movie and the main character's name are a metaphor of the underground cinema in the sixties. The mole digs holes so as to emerge from the underground to the surface. This was happening with some low-budget movies that quickly gained mainstream popularity.

Currently there is no legal DVD release of this movie in the United States. This is due to the current animosity of ABKCO (the distributor) and Alejandro Jodorowsky (the director).

Regie
Darsteller
Alejandro Jodorowsky...El Topo, Brontis Jodorowsky...Son of El Topo as a boy, Mara Lorenzio...Mara, Ignacio Martínez España...Armless man, Eliseo Gardea Saucedo...Legless man, Héctor Martínez...Master #1, Paula Romo...Woman in black, Bertha Lomelí...Mother of Master #2, Juan José Gurrola...Master #2, Víctor Fosado...Master #3, Agustín Isunza...Master #4, Jacqueline Luis...Small woman, Robert John...Son of El Topo as a man.
Standorte
MCB
Aufnahmedatum
Montag, 01. November 1971
Land
Mexico
Kamera
Rafael Corkidi
Länge
127 min
Schlagworte