INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-DV-7729

Named After

Beschreibung

DEUTSCH:

Es ist der Tag danach. Nach irgendwann. Die Einwohner dieser Gegenwart haben ihr Jetzt, um sich von ihrem Gestern zu erholen. Untereinander, miteinander, gegeneinander decken sie nach und nach auf, wer sie sind und wer sie waren. Sie befinden sich im gleichen Raum, an einem trüben Morgen, im Dunst eines unangenehm verkohlten Geruchs, noch verkatert von der vergessenen gestrigen Nacht, zwischen den leisen Geräuschen ihres Frühstücks. Sie kennen sich kaum und sind gefangen in der Zuflucht ihrer verwirrten Gedanken. Es entwickelt sich ein Bewusstsein, das mit den Grenzen der Realität spielt. Ihre Beziehung ist ein Nachhall, eine Erinnerungssuche. Sie tauchen ein und erkennen, was vergessen wurde, was vergessen werden sollte und was vergessen bleiben wird...

Sie treffen sich in Rückblenden und Erinnerungen. Sie nutzen den Körper des anderen, um sich an den eigenen zu entsinnen und das Unbekannte zu entwirren. Aber wie viel wollen sie wirklich aufdecken? Körper betrügen manchmal ihre Besitzer, ihre bewussten Entscheidungen. Darum wissen sie, dass sie sich in Gefahr begeben, wenn sie sich von ihren Stühlen erheben und ihren
Beziehungsnachwirkungen freien Lauf lassen. Sie wissen nie, wovon sie gelenkt werden. Von ihren Instinkten? Einer sprachlosen Erinnerung? Einer stummen Begierde? Einem unbewussten Antrieb? Sartre schrieb: "Die Hölle sind die anderen." In dieser Performance setzen sich die Bewohner einer höllischen Gegenwart dem Zitat von Sartre aus und erkennen, dass ihre Geschichte vor ihnen und den anderen enthüllt wird. Dabei manipulieren und akzeptieren sie ihre aufgedeckten persönlichen Macken und Eigenarten gleichermaßen.

ENGLISH:

It is the day after. Now as the after of sometime. The inhabitants of this present have their now to recover their yesterday. Within each other, with each other against each other they reveal little by little who they are or who they were. But for now they share a room, a blur morning in the shade of a bred toasted smell , hang overed from the oblivion of yesterday night, in the silent noises of their breakfast.
They hardly know each other and find themselves trapped in the smoky shelter of their thick head/confused mind. Consciousness develops then playing with the borders of reality. Their
relationship is an after math, a memory quest. Diving there will reveal them and what has been forgotten, what has been wanted to be forgotten, what is gonna stay forgotten…

They meet in flash backs and in memory… they have each other's bodies to remember their own and repuzzle the unknown. But how far do they agree to reveal? Bodies sometimes betray their owner, their conscious decisions. So they know they expose themselves to danger when they decide to get off their chair and start to develop their after math relationship. After as in an after math morning, we never know what we are lead by. Instinct? An unspeakable memory? An unsayable desire? A senseless drive?... Sartre used to say "Hell is the others", in After, the inhabitants of this infernal now confront themselves to the Sartre No exit quote by accepting of revealing their story to themselves and the others, manipulating both at the same time and taking the risk to accept their potential hidden quirks.

[Quelle: www.dock11-berlin.de]

jup

Choreographie
Darsteller
Margaux Marielle-Tréhouart, Elik Niv
Standorte
MCB
Aufnahmedatum
Samstag, 16. Mai 2015
Orte
Stadt
Berlin
Land
Deutschland
Kamera
Walter Bickmann
Länge
40 min