INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-DV-7654

FORMEN FORMEN

Beschreibung

In FORMEN FORMEN bringt der Choreograf und bildende Künstler Julian Weber fünf TänzerInnen aus verschiedenen Generationen und mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen, um an einem Interaktionsraum von Körpern und Material zu arbeiten. Im Fokus stehen die Gegenüberstellung von Objekt und Mensch und die Möglichkeiten einer wechselseitigen Formung. Was ist ein Körper, wo beginnt er und wo hört er auf? Wer ist Akteurln? Wer ist handlungsfähig?

Vor Beginn der Probenarbeit fertigte Julian Weber für alle TänzerInnen eine Skulptur an. Mit diesem Objekt verbrachten sie alle mehrere Monate in ihren privaten Räumen und ließen dieses "Gegenüber" Teil ihres Alltags werden. Während dieser Zeit entwickelten die fünf TänzerInnen in Bezug auf ihre persönliche Skulptur einen 1-minütigen Tanz. Der Umweg über das Objekt ist hierbei wesentlich: Es geht weniger um eine Selbstdarstellung, sondern vielmehr um eine Sichtbarwerdung der TänzerInnen durch und im Umgang mit dem zwischengeschalteten Objekt. Die fünf entstehenden Tänze, in die sich die Objekte, die spezifische Körperlichkeit der Akteurlnnen und auch ihre Privaträume einschreiben, dienen als Ausgangspunkt für die Erarbeitung eines Tanzstücks, das Formalität und Minimalismus mit einer spielerischen Umgangsweise kontrastiert. Im Fokus steht die Frage nach der Positionierung des Körpers als Medium zwischen dem flüchtigen Tanz und der beständigen Materialität der Skulptur.

Während seines Studiums der bildenden Kunst in Braunschweig und Wien beschäftigte sich JULIAN WEBER überwiegend mit Skulptur und Installation. 2013 absolvierte er darüber hinaus den BA Tanz, Kontext, Choreografie am HZT Berlin. Seit dem arbeitet er intensiv an Interaktionsräumen von Körper, Objekt und Bewegung. In den letzten Jahren nahm er an einigen Gruppenausstellungen teil, realisierte Performances und Einzelausstellungen und erhielt internationale Stipendien. Er arbeitet mit KünstlerInnen wie Meg Stuart und Boris Charmatz und entwickelt eigene Arbeiten an der Schnittstelle von Choreografie und bildender Kunst.

Nach seiner Ausbildung tanzte NIK HAFFNER von 1994 bis 2000 in der Compagnie von William Forsythe in Frankfurt. Seit seiner Mitarbeit an der CD-ROM Improvisation Technologies arbeitete er unter anderem regelmäßig am ZKM in Karlsruhe. Als freischaffender Tänzer und Choreograf kreiert er Arbeiten für Theater, Film und Ausstellungen, unter anderem in langjährigen Kollaborationen mit der Choreografin Christina Ciupke und als Mitglied der Gruppe commerce. Seit 2008 lehrt Nik Haffner als Professor am HZT Berlin, seit 2012 ist er dessen Künstlerischer Direktor.

HERMANN HEISIG wurde in Leipzig geboren, wo er sich für Tanz zu interessieren begann und zahlreiche improvisierte Soli in Galerien und Clubs aufführte. Nach seiner Ausbildung in Berlin und Montpellier arbeitete Hermann als Tänzer unter anderem für Martine Pisani, Martin Nachbar, Meg Stuart/Damaged Goods, Begum Erciyas, Thomas Lehmen und Corinna Harfouch. Seine letzten Arbeiten waren u.a. a coming community (in Kollaboration mit Nuno Lucas, Pieter Ampe und Gui Garrido), das 2012 beim Brüsseler Kunstenfestivaldesarts uraufgeführt wurde. Im Februar 2013 feierte sein Solo Slapstick in den Sophiensaelen Premiere, im November 2014 STRTCH. www.hermannheisig.net

PETER PLEYER, Berlin, studierte Tanz am European Dance Development Center Arnhem. Er arbeitet als Tänzer und choreografischer Assistent mit Yoschiko Chuma und Mark Tompkins. In den Niederlanden choreografierte er seine eigenen Stücke. Er wird regelmäßig zu internationalen Coachings eingeladen, dabei liegt sein Fokus auf neuen Methoden des Tanztrainings und der Komposition, wobei Improvisation eine große Rolle spielt. Darüber hinaus unterrichtet er bei verschiedenen Tanzfestivals und Institutionen in Europa. Von 2007-14 war er Künstlerischer Leiter der Tanztage Berlin. Mit seinem Solo Ponderosa Trilogy und seinem Gruppenstück und internationalem Improvisationsformat Visible Undercurrent nahm er 2014 seine choreografische Tätigkeit erfolgreich wieder auf.

MEG STUART ist eine amerikanische Tänzerin und Choreografin. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Seit 2010 verbindet Meg Stuart und Damaged Goods eine langfristige künstlerische Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen. Sie kooperieren außerdem regelmäßig mit dem Kaaitheater Brüssel und dem HAU - Hebbel am Ufer. Im vergangenen Jahr erhielt Stuart die Auszeichnung Choreografin des Jahres 2014 der Zeitschrift Tanz und gewann den Grand Prix de la Danse de Montréal 2014. 2015 touren Stuart und Damaged Goods mit Blessed (2007), Violet (2011), Built to Last (2012), Sketches/Notebook (2013) und mit ihrer neuesten Arbeit Hunter (2014).

CLAUDIA TOMASI studierte unabhängig Tanz und Choreografie, bevor sie die zweijährigen Ausbildung PEPCC in Lissabon und den BA Tanz, Kontext, Choreografie am HZT Berlin absolvierte. 2014 erhielt sie die Einstiegsförderung des Berliner Senats und realisierte damit die Arbeit Vertraute Distanz - ein installatives Format in Dialog und Zusammenarbeit mit dem visuellen Künstler Benjamin Tomasi. Zeitgleich gründete sie gemeinsam mit den KunstlerInnen Ana Laura Lozza, Kareth Schaffer und Lee Meir dir Plattform Temporary Archipelago.

[Quelle: Abendzettel]

jup

Choreographie
Darsteller
Nik Haffner, Hermann Heisig, Peter Pleyer, Meg Stuart, Claudia Tomasi
Standorte
MCB
Aufnahmedatum
2015
Orte
Stadt
Berlin
Land
Deutschland
Kamera
Walter Bickmann
Länge
84 min