INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-DV-7273

BLIND SPOTTING

Beschreibung
Erschöpfung als Diagnose unserer Zeit, Isolation als Mittel der Wahl ' mit einem Ensemble von acht TänzerInnen betreten Margrét Sara Guà°jónsdóttir und Angela Schubot in Blind Spotting den blinden Fleck im unaufhörlichen Rauschen des Alltags. In eindrucksvollen und zugleich verstörenden Bildern legen sie die Verwundbarkeit der fragilen Körper unserer Leistungsgesellschaft frei und schärfen den Blick für die Kraft in seiner vermeintlichen Schwäche. Wer kennt nicht das Gefühl der Erschöpfung im Alltag der Großstadt, den Wunsch, sich zurückzuziehen und zu verschließen vor den mannigfaltigen Eindrücken? Abgrenzung ist das Schlagwort unserer Zeit. Wir haben gelernt, unsere Wahrnehmung auf ein Minimum zu reduzieren ' und doch gibt es Ereignisse und Momente, die wie aus dem Nichts in unser Bewusstsein dringen und uns berühren. Poetisch, verstörend und unheimlich zugleich dringt das Ensemble von acht TänzerInnen zu diesem blinden Fleck unserer Wahrnehmung vor und lädt dazu ein, gemeinsam das fragile Selbst in unseren überladenen Körpern zu erfassen. Verunsichert durch die schier grenzenlose Empathie mit den Anderen beginnt dieses Selbst damit, seinen eigenen Blick zu beobachten und seine Wahrnehmung zu erforschen. In dichter Atmosphäre, erfüllt von einschüchternder Intimität, der man sich nur schwer entziehen kann, versuchen die PerformerInnen gemeinsam mit ihrem Publikum, das Bewusstsein für die individuelle Präsenz des Gegenübers zu schärfen und einen anderen, verletzbaren und fragilen Körper zu behaupten: Einen Körper, der in seiner Verwundbarkeit und Offenheit die eigene Stärke entdeckt. Die isländische Choreografin MARGRÉT SARA GUàJÓNSDÓTTIR setzt nach Arbeiten wie Soft target, Variations on closer und Step Right To It setzt mit Blind spotting gemeinsam mit Angela Schubot und einem Ensemble von sieben weiteren TänzerInnen ihre Arbeit an der Konfrontation des Zuschauers/der Zuschauerin mit seiner/ihrer Rolle fort. Wohin richtet sich - zwischen Empathie und Anziehung, Intimität und Entfremdung ' der eigene Blick. [Quelle: Abendzettel und www.sophiensaele.de] frm
Choreographie
Darsteller
Louise Dahl, Annie Kay Dahlström, Catherine Jodoin, Angela Schubot, Laura Siegmund, Suet-Wan Tsang, Marie Ursin, Rodrigo Vilarinho
Standorte
MCB
Aufnahmedatum
Samstag, 14. Juni 2014
Orte
Stadt
Berlin
Land
DE
Kamera
Walter Bickmann
Länge
52 min