INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-DV-5587

ICOSAHEDRON

Autorenschaft
Beschreibung

“The various faces we all hide inside of us...This more poetical and so-called emotional part of the work
is something that remains enigmatic and intriguing to me, and I will explore it in depth. I intend to do so not by explaining the situation to the audience, so to speak, but by putting my cards on the table and allowing the public to play along, whether or not it does so for the same reasons as my own.”
Tânia Carvalho

»ICOSAHEDRON« ist eine imposante Choreografie für 20 Tänzer von Tânia Carvalho, die zuletzt mit »From me I can't escape, have patience!« 2009 bei Tanz im August zu Gast war. Inspiriert durch die gleichnamige geometrische Figur, einen komplexen, dreidimensionalen Körper, konstruiert Carvalho einen bewegten Körper aus vier mal fünf Tänzern. Jede der Fünfergruppen repräsentiert einen multiplen Körper, der in sich aufgefächert und von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet werden kann.
Zusammengenommen ergeben die Quintetts so einen kubistischen Effekt, bei dem ein und derselbe Gegenstand aus mehreren Perspektiven abgebildet wird. Fasziniert von den »verschiedenen Gesichtern, die wir alle in uns verstecken« sucht Carvalho nach den individuellen Formen und Facetten der zur Einheit verschmolzenen Tänzer. Ein Rückgriff auf die Raum- und Bewegungsexperimente der 1920er Jahre.

Das Ikosaeder ist eine komplexe geometrische Figur ' ein dreidimensionaler Polyeder mit zwanzig gleichseitigen Dreiecken als Flächen, deren Basis wiederum fünf gleichseitige Dreiecke sind. Ihrem Stück hat Tânia Carvalho die verschiedenen Facetten dieser Figur als Kompositionsprinzip zugrundegelegt, indem sie den Körper einer Abstraktion unterzieht. ... Wie lässt sich ein Komplex aus Linien, Kanten und Scheitelpunkten auf einzelne unteilbare Körper anwenden?

Wie können sie rotieren, sich teilen und überlagern, ohne dass ihre Eigenschaften dabei zerstört werden?
Um das nahezu unerschöpfliche Transformationspotential dieser Form zu nutzen, arbeitet sie mit 20 Tänzern, tut aber so, als seien es nicht mehr als vier: vier Gruppen aus fünf Darstellern bilden einen einzigen fragmentierten Körper und zeigen die widersprüchlichen Gesichter und Posen jedes Individuums. Auf der Bühne wirken die Bewegungen im Innern jeder Einheit und die Bewegung der einzelnen Gruppen in Bezug auf die anderen als Anstoß zu ständiger Verwandlung, eine frei flottierende Anordnung, die sich auflöst und wieder zusammensetzt. So wie Quantenteilchen eine unsichtbare Einheit eingehen, auch wenn sie im Raum voneinander getrennt sind, bleiben die Mitglieder einer Gruppe während des gesamten Stückes synchronisiert, führen dieselben Bewegungen aus oder passen sich denen der anderen an.
Die Umstrukturierung der Figuren erweckt den Eindruck, dass man den Körper aus verschiedenen Perspektiven simultan betrachtet ' wie ein kubistischer Maler.
Gilles Amalvi, Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis 2011

(Quelle: TiA Abendzettel)/ isrr

isrr

Choreographie
Darsteller
Abhilash Ningappa, Axelle Lagier, António Cabrita, Bruna Carvalho, Bruno Almeida, Constança Couto, Elena Castilla, Florent Hamon, Gustavo Figueiredo, Inês Campos, Jácome Filipe, Jutta Bayer, Luís Guerra, Luiz Antunes, Maria João Rodrigues, Marta Cerqueira, Maureen Lopez, Ramiro Guerreiro, São Castro and Teresa Silva
Standorte
MCB HZT
Reihe
Aufnahmedatum
Samstag, 27. August 2011
Orte
Stadt
Berlin
Land
Deutschland
Kamera
Walter Bickmann
Länge
105 min