INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-DV-9016

Whodidwhattowhomwasneverreallyclearandisn'tittheawfultruth

Beschreibung

Whodidwhattowhomwasneverreallyclearandisn'tittheawfultruth

I. Das von Dieter Heitkamp choreographierte und am 2.12.1987 in der Akademie der Künste uraufgeführte Stück wurde ein Jahr später im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums der Tanzfabrik in neuer Besetzung wieder aufgenommen und wiederum in der Akademie der Künste gezeigt. Die ursprünglich 30 Einminutentänze, gezeigt im Doppelprogramm mit Full House und Jokers Wild von Jacalyn Carley,  wurden auf 45 Einminutentänze erweitert, die ein abendfüllendes Programm ergaben.

„Die Idee zu Whodidwhattowhom… kam mir in Frankfurt während der Arbeit an Pizza Girl mit dem Frankfurter Ballett, ein Ballett aus Einminutenchoreographien verschiedener Choreographen unter der Regie von Bill Forsythe. Whodidwhattowhom… wurde von den Büchern Birdy von William Wharton und A little girl dreams of taking the veil von Max Ernst inspiriert.“1

II. Drei Hauptcharaktere und 6 Schatten tanzen schnelle Szenenfolgen vor (und hinter) einer Projektionswand. Das Trio, getanzt von Sabine Lemke, Kurt Koegel und Helge Musial, zeigt Situationen von Beziehungsverwirrungen, ihre „Schatten“ (Claudia Feest, Matthias Früh, Susanne Kukies, Bridge Markland, Ka Rustler, Katharina Scholz) begleiten sie als comichafte Störenfriede und entwickeln ein Eigenleben.

Die Szenenfolge wird bestimmt durch dynamischen Tanz: Partnering auf Basis von Contact Improvisation, gemischt mit Elementen aus Modern und Release Technik, steht im Wechsel zu ruhigen, besinnlichen Bildern und slapstickartigen Situationen.

Die schnelle Abfolge der Szenen wird getaktet durch den Einsatz von Musikcollagen und den Wechsel der Projektionen. Drei Projektoren werfen mittels handgefertigter, großformatiger  Glasdias sich ständig verändernde Strukturen und Landschaften in den Raum. Diese Projektionen dienen darüber hinaus als Lichtquelle. Die Schatten der Tänzer*innen sind Teil der entstehenden Bilder. So wie das Bühnenbild sich ständig durch die wechselnden Projektionen ändert, wechseln auch Tänzer*innen ihre Kostüme.

Zu Beginn sehen wir eine Person, Sabine Lemke, die vor einer Wand und ihrem eigenen Schatten steht. Sie erkundet Materialien, die auf der Bühne verstreut liegen, Stoffe oder Kleider – die Projektion verfolgt sie. Nach einer Minute erscheinen – rechts und links von ihr – zwei weitere, je andersfarbige Projektionen; eine ist zudem mit Schriftzeichen versehen: „who“. Zeitgleich zum Lichtwechsel wird Sound vom Band eingespielt. Kurt Koegel zählt den Countdown von 60 auf 0  – Helge Musial steht Kopf – die Protagonisten sind eingeführt. 

Die Szene endet: In einem Lichtkanal von links nach rechts stürmen zwei Tänzerinnen über die Bühne, als ob sie das Gesehene wegwischen wollten. Es folgt die nächste Szene.

Die Projektionen werden als hauptsächliche Lichtquelle eingesetzt. Zusätzlich gibt es manchmal Rückprojektionen, die Schatten von Tänzer*innen, die hinter der Wand tanzen, erscheinen lassen.

In der ersten Version 1987 tanzten: Lotte Grohe, Roberto Galván, Rolf Kast, Claudia Feest, Matthias Früh, Susanne Kukies, Bridge Markland, Ka Rustler, Katharina Scholz.

In der zweiten Version 1988 tanzten: Sabine Lemke, Helge Musial, Kurt Koegel, Claudia Feest, Matthias Früh, Susanne Kukies, Bridge Markland, Ka Rustler, Katharina Scholz

Die Premiere des Stückes wurde viel besprochen, z. B. in der Berliner Morgenpost, Die Wahrheit, taz, Tip, Tanz aktuell, dem Tagesspiegel und dem SFB.

Das Stück tourte in die damalige Sowjetunion und wurde dort laut dem Reisebericht von Dieter Heitkamp in St. Petersburg begeistert aufgenommen, in Moskau hingegen war es schlecht besucht. 

Es existiert eine Aufzeichnung der ersten Version von Whodidwhattowhom… im Archiv der Akademie der Künste.

Zum 25-jährigen bestehen der Tanzfabrik Berlin hat Dieter Heitkamp das Stück 2003 mit damaligen Studierenden der HFMdK rekonstruiert und in den sophiensælen Berlin unter anderem am 27.11.2003 gezeigt. Eine Videoaufzeichnung der Rekonstruktion liegt im Mime Centrum Berlin vor.

Archivsignatur der Akademie der Künste: AVM-33 10038 (https://archiv.adk.de/objekt/2926579)


1Dieter Heitkamp im Programmheft der Akademie der Künste 1988.

Gruppe / Compagnie / Ensemble
Choreographie
Darsteller
Kostüm
Video
Standorte
MCB
Reihe
Sprache
de
Aufnahmedatum
1988
Orte
Stadt
Berlin
Land
Deutschland
Kamera
Lutz Gregor
Länge
60 min