INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-TV-5640

Wellenartillerie TELEFUNKEN

Autorenschaft
Beschreibung

SprecherIn: Judica Albrecht, Armin Dallapiccolla
Zwei geteilter Raum siehe auch Aufführung vom 9.1.12

Arbeitssklaven in Manila, Sweatshops in China ' die Logik des Kapitals ist die Logik der Rendite. Ausbeutung von Menschen in Produktionsverhältnissen ist kein neues Phänomen.

Rückblende: Ökonomie der Zerstörung, Fremdarbeiter, Zwangsarbeiter, NS-Arbeitssklaven, Entschädigungsfonds der deutschen Wirtschaft. Im Sommer 1944 waren mehr als 400 000 Zwangsarbeiter/innen in der Berliner Wirtschaft im Einsatz. Einer dieser Arbeitgeber war Telefunken. Das Hallesche und das Tempelhofer Ufer, an dem sich heute HAU 2 und HAU 3 befinden, sind räumlich eng mit der Geschichte der Firma Telefunken verbunden. Von 1906 bis 1919 befand sich der Hauptsitz und die Forschungsabteilung der Firma am Tempel¬hofer Ufer 9. Von dort aus wurde im Herbst 1906 die erste drahtlose Telefon¬verbindung aufgebaut. 1919 wechselte die Verwaltung in das neu gebaute repräsentative „Telefunkenhaus" am Halleschen Ufer 30. Beide Gebäude wurden im 2. Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Kultur- und Kriegsindustrie gingen an diesem Ort eine enge Verbindung ein: Vor und während des 2. Weltkriegs war Telefunken die führende deutsche Firma auf dem Gebiet der elektronischen Kriegsführung. Sie lieferte Funk- und Radargeräte, ein Richtfunknetz für die Wehrmacht, Peilgeräte für die Luftwaffe und baute das erste deutsche Flugzeug-Bordradar. Gleichzeitig wurden Radio- und Fernsehempfänger für die Massenproduktion entwickelt und das Tochterunternehmen TELDEC (Telefunken-Decca) stieg zur größten Plattenfirma des Dritten Reichs auf. „Das Aug erkennt sie, das Ohr vergißt sie nicht ' die Telefunkenplatte”. Mit Heimelektronik vom Volksempfänger bis zur Erfindung des PAL-Farbfernsehens ist Telefunken in das kollektive Gedächtnis eingegangen, während das Kerngeschäft Rüstungsindustrie in der Erinnerung wesentlich weniger präsent ist.
www.hebbel-am-ufer.de
2x2 Mastertapes

Regie
Darsteller
Nicola Schößler, Lajos Talamonti, Verena Unbehaun
Standorte
MCB
Aufnahmedatum
Samstag, 07. Januar 2012
Kamera
Andrea Keiz
Orte
Stadt
Berlin
Land
Deutschland
Länge
95 min
Schlagworte