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MCB-TV-2645

DSCH: Rothschilds Geige, 14. Symphonie

Autorenschaft
Beschreibung

...Im Lichthof der Staatsbank, Französische Straße, findet die gewagte Oper "DSCH" ihre perfekte Bühne: das Berliner "ensemble weil..." hat die öde Halle dafür ausstaffiert. Die Kammeroper "Rothschilds Geige" von Benjamin Fleischmann und die 14. Symphonie von Schostakowitsch wurden von dem jungen Komponisten Ari Meyers zu einem Stück vereinigt. Es geht um Lebensversagen. Publikum und Orchester sitzen auf Sofas, die Sänger laufen herum. Und beweisen meisterhaftes Talent. (Berliner Kurier)

....DSCH, das sind die Initialen des Komponisten Dimitri Schostakowitsch, die sich (in lateinischer Umschrift) auch als Töne darstellen lassen. Der Komponist selbst hat sie als autobiografisches Zeichen in seiner Musik verwendet. Der Abend beginnt mit einer Oper des Schostakowitsch-Schülers Benjamin Fleischmann, die nach dessen Kriegstod 1941 von Schostakowitsch vollendet und orchestriert wurde. Zur Uraufführung kam es jedoch erst 1968, und danach wurde die Oper als "Werkzeug zionistischer Propaganda" sofort verboten. ...In der Staatsbank sind Musiker, Darsteller und Publikum auf einer Ebene untergebracht, auf im Raum verteilten graugrünen Polstersofas. Der Raum erweitert sich so zu einer Wohnlandschaft, in deren Mitte das Ehepaar Iwanow aneinander vorbeilebt, rundum ausgestattet mit Jogginganzügen, Bierdose, Knabbergebäck und Fernbedienung. ... So wird der Abend zum beachtlichen musiktheatralischen Ereignis. Das liegt, paradoxerweise, an seinem zweiten Teil, sechs Sätzen aus Schostakowitschs vierzehnter Symphonie. Nicht nur ist diese Musik in ihrer bestürzend-kargen Ausdruckskraft Fleischmanns etwas zahmer Folkloristik weitaus überlegen. Hier erst kommt die Raumidee, dass alle auf gleicher Augenhöhe agieren, richtig zum Tragen: Sopran und Bariton (sie singen auch das Ehepaar Iwanow) bewegen sich im Raum, begegnen und verlieren einander. Auch wenn man die russisch gesungenen Texte nicht versteht, teilt sich der Charakter dieses intimen Requiems mit. Das alles ohne große, opernhafte Gestik und gerade dadurch von großer Wirkung... Das .ensemble weil... besteht aus sehr jungen Musikern. Manches hat nicht so recht geklappt, gerade zu Beginn der Schostakowitsch-Symphonie gab es in den hohen Geigen-Lagen und bei den Kontrabässen Intonationsprobleme. Aber insgesamt ist es doch sehr erstaunlich, was der Dirigent Ari Benjamin Meyers aus den Musikern an Klangschönheit und - trotz der ungünstigen Sichtverhältnisse - an Präzision herausholen konnte.
(Wolfgang Fuhrmann, Berliner Zeitung)

Regie
Darsteller
Marek Kalbus, Márta Rózsa, Alexander Nikolic und dem .ensemble weil... Orchestra
Standorte
MCB
Aufnahmedatum
Dienstag, 20. November 2001
Orte
Stadt
Berlin
Land
DE
Kamera
Andrea Keiz
Länge
80 min
Schlagworte