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MCB-TV-1163

Beschreibung eines Kampfes, Berlin 1998. nach Kafka

Autorenschaft
Beschreibung

Beschreibung eines Kampfes ist eine etwa zwischen 1903 und 1907 entstandene dreigliedrige Erzählung Franz Kafkas, die sein erstes erhaltenes Werk darstellt und die postum veröffentlicht wurde. Der erste und der dritte Teil beschreiben das Gesellschafts- und Nachtleben Prags aus der Sicht des Erzählers und seines Bekannten. Den mittleren Teil kann man als fantastische, in sich mehrfach untergliederte Traumsequenz verstehen.
Die Inszenierung von Christian von Treskow entstand nach seinem Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Während seines Studiums hatte er an Workshops zur Biomechanik bei dem Darsteller, Regisseur und Biomechanik-Dozenten Gennadij Bogdanow teilgenommen und anschließend an seine Inszenierung von Alexandr Wwedenskijs „Eine gewisse Anzahl Gespräche“ (1995 im Rahmen der 45. Berliner Festwochen, bat-Studiotheater) seine Arbeit mit der Biomechanik fortgesetzt.
In der Aufführung wird kaum gesprochen.
Aus einer Kritik aus der Zeitung neues deutschland:
„Im Licht einer Kerze zunächst, dann im Scheinwerferlicht entsteht ,Beschreibung eines Kampfes‘, inszeniert von Christian von Treskow nach Kafka im Schoko-Laden. Treskow zeigt Alltag, zeigt die täglichen Kämpfe der Herde. Ohne Plan von sich und der Welt irren die Statisten der Geschichte durch die Welt. Wie zufällig stoßen sie einander an und ab: Die Masse bewegt sich wie die hirnlosen Atome in ihnen. Zwar hat jeder Teilnehmer am alltäglichen Kampf irgend ein Ziel vor seinem inneren Auge. Nur: Entweder weiß er nicht darum oder ist zu feige, sich seine Zielen zu stellen und diese kämpfend zu erreichen. Und Kampf ist alles: Kämpfend wird der Morgenkaffee getrunken, die Zeitung gelesen, geangelt oder eine Affäre angebahnt. Man kämpft, weil alle kämpfen und man auffallen würde, wenn man es allen nicht gleich täte. Vor lauter Kampf bleibt freilich keine Zeit für das Leben oder die Liebe. Massenhaft verspielen die modernen "Don Quichotes" ihr Leben im dauernden Krieg des Alltags. Das ist das wirkliche Drama, das sich in den Großstädten der westlichen Welt dauernd ereignet. Das ist die Unfreiheit. Treskow macht sich nicht lustig über die Menschenherden. Er scheint eher traurig zu sein. Er beschreibt ein alltägliches Drama in bildreichen, ironischen und genau gearbeiteten Szenen. Und sicher ist man oft zu lachen versucht. Dieses Lachen jedoch ist bitter, denn zu sehr fühlt man sich selbst als säbelrasselndes Stehaufmännchen, das auf alles und eben deshalb auf nichts Jagd macht. Ein im besten Sinne nachdenklicher Theaterabend, der einmal nicht Kafka als den Autor der Flucht in die Innerlichkeit zeigt, sondern sogar exaltiert."

http://www.christianvontreskow.de/index.php/Pressestimmen;392/1;https://de.wikipedia.org/wiki/Beschreibung_eines_Kampfes
Regie
Dramaturgie
Darsteller
Bühnenbild
Kostüm
Standorte
MCB
Sprache
de
Aufnahmedatum
1998
Orte
Stadt
Berlin
Land
Deutschland
Länge
82 min