INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-SV-6537

Zukunftswerkstatt Tanz

Beschreibung

Bei den Tanztagen 2011 hatte der ZTB zum ersten mal eine Zukunftswerkstatt veranstaltet. Auf der Suche nach Alternativen und Visionen für den zeitgenössischen Tanz in Berlin wurden in der darauf folgenden Zeit zwei Ansätze entwickelt, die sich mit der Realisierung künstlerischer Projekte und mit der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Künstler befassen. Beide Ansätze wollen die Rolle der Künstler stärken und setzen auf Partizipation auch über die eigene künstlerische Arbeit hinaus. Sie stellen Werkzeuge dar, die während der Tanztage 2013 erstmals komplex und öffentlich vorgestellt und zusammen mit Tanzschaffenden diskutiert wurden.

Zum Einen handelt sich um ein „Temporäres Beschäftigungsmodell“ für Künstler in finanziell prekären Situationen sowie zweitens um ein Fördermodell für Projekte, bei dem die Vergabe durch die künstlerische Szene selbst erfolgen soll.

Das vorgestellte „Beschäftigungsmodell“ soll KünstlerInnen in prekären wirtschaftlichen Verhältnissen den Zugang zur Grundsicherung vereinfachen.
Das Modell ist keine Alternative zur Forderungen nach einer Honoraruntergrenze für die Darstellenden KünstlerInnen, diese wird weiterhin verfolgt und eingefordert.
Bis dahin ist für viele KünstlerInnen der Weg zur Grundsicherung oft mit Hindernissen und Angst verbunden, sodass einige auf ihren möglichen Anspruch verzichten und real unter dem Existenzminimum leben und arbeiten müssen.
Nach bereits zwei kleinen aber erfolgreichen Veranstaltungen zu diesem Modell und einer erfolgreichen Testphase von sechs Monaten wurde mit der Veranstaltung der Schritt in die größere Öffentlichkeit getan, um die Möglichkeiten und Chancen, aber auch die Risiken dieses „Models“ zu diskutieren.

Mit dem ebenfalls vorgestellten Förderungsmodel soll die Mittelvergabe anders als in normalen Vergabeverfahren erfolgen. Sie soll dadurch besonders transparent sein, dass sie maßgeblich durch die Kunstschaffenden selbst bestimmt ist. Die Idee dahinter ist ein Vergabeverfahren zu etablieren, welches die bestehenden Verfahren strukturell ergänzt und die Künstlerschaft ermächtigt, sich gegenseitig zu unterstützen und ihren Teil zum ästhetischen Diskurs beizutragen. Im Mitschnitt der Veranstaltung wird diese Idee ausführlich vorgestellt und in einem Rollenspiel mit den Teilnehmern eine solche Vergabeprozedur durchgespielt.
(tpw)

Gruppe / Compagnie / Ensemble
Darsteller
Norbert Kliesch, David Brandstädter, Canan Erek
Standorte
MCB HZT
Reihe
Aufnahmedatum
Sonntag, 06. Januar 2013
Orte
Stadt
Berlin
Land
DE
Kamera
Thilo Wittenbecher
Länge
120 min
Schlagworte