INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

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UND THEATER

MCB-SV-1865

absolut Warhola

Autorenschaft
Beschreibung

Im slowakischen Dreiländereck, an den Grenzen zu Polen und der Ukraine, besucht Stanislaw Mucha die Verwandten der Pop-Art-Ikone Andy Warhol und macht dabei bizarre Endeckungen. - Preisgekrönter Dokumentarfilm, der im Aufeinanderprallen zweier Welten viel Humor, aber auch Einsichten in einen fremden Lebensraum erzeugt. Die Reise dauert ewig und führt scheinbar ins Nirgendwo. Kein Straßenschild weist den Weg. Dennoch gibt es ein Ziel: das "ruthenische Bermuda-Dreieck". So nennt Stanislaw Mucha jene verlorene Gegend, "wo alles verschwindet". Im slowakischen Dreiländereck, hart an den Grenzen zu Polen und der Ukraine, spürt der Filmemacher das einzige Pop-Art-Museum Europas auf. Medzilaborce heißt das Städtchen, ein Ort, so abseits, dass die Mühe nicht lohnt, die korrekte Aussprache seines Namens zu lernen - gingen von ihm nicht Verbindungslinien zum Rest der Welt aus. Sie reichen bis nach Manhattan. Im Museum von Medzilaborce wird Andy Warhol zelebriert, denn in unmittelbarer Nachbarschaft hat seine Familie ihre Wurzeln. Die Warholas leben im winzigen Mikovsz. Gelassen trinkt man aufs Filmteam, auf die Gesundheit und das Andenken Andrijkus, des Ewigen. Zu begreifen, wer dieser Andrijku alias Andy eigentlich war, beflügelt die Phantasien der Hinterbliebenen. Einige greise Kirchgängerinnen bestätigen, er sei ein "Aufschreiber" gewesen und "in Amerika tätig". Ein junger Mann weiss, dass Andy gemalt hat und er selbst "vielleicht verwandt" ist mit ihm. Familie und Sippe, das sind sie alle, auch über Ozeane hinweg. Vetter Jan gibt zu, Warhol lange für einen Anstreicher gehalten zu haben. Und die alte Tante Maria, ein Bildnis des schräg frisierten Neffen in den Händen, befindet vertraulich: "Er sieht aus wie ein Affe."
Der in Polen geborene Stanislaw Mucha, Absolvent der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg, begibt sich mit seinem dritten Film auf die Spuren Andy Warhols. Er stellt die Verwandten des legendären Pop-Art-Künstlers in ihrer Heimat vor und erzählt nebenbei von der sozialen Wirklichkeit am östlichen Rand Europas. In seinem Blick auf die Menschen, die ihr Leben mit einem gesunden Phlegma und heiterer Gelassenheit meistern, entwickelt der Film bald eine unaufhaltsame kuriose Eigendynamik und entpuppt sich als dokumentarische Komödie. "Absolut Warhola" gewann innerhalb weniger Wochen nach seiner Premiere sechs Auszeichnungen, darunter die Publikumspreise in Leipzig, Duisburg und Mannheim. In Leipzig erhielt er zusätzlich eine Auszeichnung für die beste Kameraarbeit (Susanne Schäle) und den "Don-Quijote-Preis" der Féderation Internationale des Ciné-Clubs. Der Verband der deutschen Filmkritik zeichnete "Absolut Warhola" als besten Dokumentarfilm des Jahres 2001 aus.

Regie
Standorte
MCB
Aufnahmedatum
Montag, 01. Januar 2001
Stadt
Miková, Medzilaborce
Land
DE / CZ
Kamera
Susanna Schüle
Länge
77 min
Schlagworte