INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

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MCB-SV-1210

Gesichter hinter Masken - Heiner Müller

Autorenschaft
Beschreibung

Eine Montage über den Dramatiker, unterteilt in die Kapitel Pestzeit 1 (Themen Vatermord, Verrat) Pestzeit 2 (Nibelungentreue, TheaterVater - zu Brecht) Endzeit 1 (Ekel, Eros) und 2 (Katharsis / Glück) . "Seine Markenzeichen: ein unbewegtes Gesicht, umhüllt von Schweigen und Nachdenklichkeit, eine schwarze Brille, schwarze Kleidung, Zigarren und Whisky. "So sieht man einfach nicht aus. Hohe Stirn, sehr hohe Stirn, scharf profilierte Nase, Mundwinkel zwischen leisen Sarkasmen und bedächtiger Melancholie spielend; schwarze Brille, obszönige Havannah. Genau; ein Intellektueller aus dem Bilder-, nein, aus dem Fürchtebuch des deutschen Spießers", schrieb C.H. Meyer als Nachruf in der SZ. Doch hinter der Maske des zynisch-kalten Endspielbeobachters Heiner Müller verbarg sich ein radikaler Humanist. "Beim Stückeschreiben hat man immer Masken und Rollen, und man kann durch sie sprechen. Deshalb ziehe ich das Drama vor - wegen der Masken." So hat es Heiner Müller formuliert. Drei Staaten hatte er untergehen sehen: Die Weimarer Republik, Nazi-Deutschland und die DDR. Geboren wurde Müller am 9. Januar 1929 im sächsischen Eppendorf. Seine Stationen: Gymnasium in Waren/Mecklenburg, "Volkssturm", Angestellter, Journalist, "freischaffender Autor" auf den Spuren Brechts, anfangs von der SED toleriert, dann Berufsverbot, Inszenierungen an deutschen Theatern in Ost und West, meistgespielter zeitgenössischer Dramatiker. Nach der Wiedervereinigung oder "Unterwerfung", wie es Müller formulierte, kamen die Stasivorwürfe. Seit der Krebsdiagnose 1991 sind alle Gedichte datiert. Müller wendet sich in ihnen konzentriert der Schönheit der kleinen Dinge zu: ein Insekt, das übers Papier läuft, das Gesicht der Frau und der Tochter. Jürgen Miermeister lässt in seiner filmischen Collage die Masken eines Unbeirrbaren sprechen und zeigt ganz unbekannte, anrührende Gesichter des Menschen Heiner Müller. Heiner Müller starb im Dezember 1995." (Quelle: 3sat)

Regie
Darsteller
Heiner Müller, Corinna Harfouch (Sprecherin),
Standorte
MCB
Aufnahmedatum
Montag, 01. Januar 1996
Land
DE
Kamera
n.n.
Länge
30 min
Schlagworte