INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-DV-6483

KUUGE - HimmelBlume

Beschreibung

"Sich der Kunst zu widmen heißt, sich dem Leben zu widmen. Zu dieser Teilhabe hat ein jeder das Recht."
Gerlinde Altenmüller

KUUGE ' inspiriert von und gewidmet dem Ikebana-Künstler Yukio Nakagawa (1918-2012) und Thikwas Künstlerischer Leiterin Gerlinde Altenmüller (1947-2012). KUUGE bedeutet im Japanischen Himmelsblumen oder das Darbieten bzw. Arrangieren von Blumen, im Besonderen für eine buddhistische Zeremonie oder ein Gedenken.

Nakagawas Ikebana ist radikal und kraftvoll dekonstruktiv / rekonstruktiv, eine Skulptur aus Blumen und Zeit. Sein künstlerisches Schaffen ist unglaublich avantgardistisch und experimentell, eine Mixtur aus Materialien wie Stein, Glas, Fell, Fotos, Pflanzen und Kalligraphie. Seine Kreationen aus Glas transzendieren das normale Konzept von Blumen-Gefäßen um selbst blumengleiche Arbeiten zu werden. Er kombiniert sie mit Kalligraphien in seinem eigenen Stil, der charakterisiert ist von freier und kräftiger Pinselführung, um eine einzigartige künstlerische Welt zu erschaffen, die großen Beifall als zeitgenössische Kunst bekommen hat.

Die direkte Übersetzung von Ikebana lautet: "Lebende Blume", aus diesem Grund fühlte Nakagawa, dass er die traditionelle Ikebana-Gruppe Ikenobo verlassen musste. Sie nannten seine Arbeit "Tote Blume" um zu kritisieren, dass es kein Ikebana sei. Sein weiteres Werk mit Blumen war sehr radikal. Zum Beispiel riss Nakagawa in einer seiner künstlerischen Arbeiten die Blütenblätter vieler Tulpen ab, dann drückte und presste er sie in einen Behälter aus Glas. Nakagawa drehte ihn um und machte eine Installation daraus. In dem Glas wurden die roten Blütenblätter zu einer Saft ähnlichen Mischung ' wie Blut. Form und Beschaffenheit wurden Fleisch ähnlich. Sein Werk und kreativer Prozess bedeutete die Transformation der Skulptur durch die Zeit. Wie das Leben fortschreitet hin zum Tod, reflektiert sein Werk einen starken Moment des Zusammentreffens, der aufscheint.

In der Blume finden wir jeden von uns wieder. Auf den Tanz bezogen: Grabe einen Garten hinter geschlossenen Türen um, gib Wasser dazu und warte, dass etwas wächst. Viele Objekte, Teile in der Architektur und sogar der menschliche Körper können sein wie eine Blume. Ein Moment der Farbe, der nebenbei erscheint und unweigerlich Gestalt annimmt in einem Bruchteil von Zeit im Raum, der atmet um den Körper neu zu formen. Überall gibt es unsichtbares Wachstum, durch Wasser, Regen oder Tränen, ausgelöst durch Trennung oder Erinnerungen. In der Stille und in der Beobachtung kann Licht hier wie ein Lächeln erscheinen.

Geschenke der Gegenwart ' um sie zu feiern, widme ihnen einen Augenblick des Lebens. Für das Stück KUUGE bringt jeder Thikwa-Darsteller ein anderes Objekt und eine persönliche Erinnerung mit, wie Geburtstagskarten, eine Hemdbluse der Mutter, das Gemälde einer Blume, ein ausgestopftes Tier. KUUGE sucht in solche Dingen und Erinnerungen nach Bewegung und einer lebenden Bricolage. Wem widmen wir Blumen und, wenn sie in der Blüte stehen, wie nennen wir sie?

"Sight of the ultimate flower of life"
"Surprise to color, invited to smell, to admire the form, layering the magic of flowers"
Yukio Nakagawa

[Quelle: Abendzettel]

hbg

Regie
Darsteller
Addas Ahmad, Heidi Bruck, Corinna Heidepriem, Katharina Maasberg, André Nittel, Mereika Schulz
Standorte
MCB HZT
Aufnahmedatum
Donnerstag, 20. September 2012
Orte
Stadt
Berlin
Land
Deutschland
Kamera
Walter Bickmann
Länge
77 min