INTERNATIONALES THEATERINSTITUT / MIME CENTRUM BERLIN

MEDIATHEK

FÜR TANZ

UND THEATER

MCB-DV-192

Caro Piano

Autorenschaft
Beschreibung

Konzept, Performance, Piano: Annalisa Derossi
Licht: Markus Keusch
Dramaturgische Mitarbeit: Uwe Heinrichs


berlinonline.de schrieb zu dieser Eröffnungsvorstellung des Solo-Festival 1998:

"Zwei Eröffnungspremieren beim Solo Festival im Theater am Halleschen Ufer

(...) Annalisa Derossi hat beides genossen. Klavier und Ballett, gründlich und seit frühester Kindheit.

Wenn sie heute auf die Bühne des Theaters am Halleschen Ufer springt und den für sie bereitstehenden Flügel bearbeitet, sieht man zunächst eine ziemlich intelligente und ziemlich komische Reflexion über den Körper der Klavierspielerin. Die Finger entlocken dem Instrument die schönsten Töne, der Rücken kerzengerade, der Blick starr nach vorn bis sich der Kopf nach und nach dem Publikum zuwendet. Der Hals verrenkt, der Körper verzieht sich. Die Klavierspielerin will, hervorgerufen durch die selber produzierten Klänge, fort von ihrem Instrument.

Die Einsamkeit des Musizierens: Eine Hand streikt und wird an ihren Platz zurückgezwungen, der Körper springt auf aber Derossi kann Chopin auch spielen, wenn sie mit dem Rücken zu den Tasten steht und Bach, wenn sie sich auf dem Flügel fläzt. Sie kann all die albernen Manierismen ihrer Klavierlehrer parodieren, beim Spielen den Flügel über die Bühne schieben, und ordentlich tanzen kann sie auch. Derossi kann sich lustig machen über ihre Zurichtung zur höheren Tochter, nur ausbrechen daraus kann sie nicht. Und so wird ihr Solo "Caro Piano..." trotz allem Witz nie anarchisch, bleibt immer kleben an den Zwängen, die sie parodiert.

(...) eröffnete Derossi das Solofestival am Theater am Halleschen Ufer, mit dem man offenbar einen Nerv der Zeit getroffen hat. Das sonst unter Publikumsschwund leidende Theater platzte aus allen Nähten."
(von Michaela Schlagenwerth)

Choreographie
Darsteller
Standorte
MCB
Reihe
Aufnahmedatum
Dienstag, 03. Februar 1998
Orte
Stadt
Berlin
Land
DEU
Kamera
Rainer Vangermain
Länge
35 min